Rahel

von Rahel

Ein lauer, warmer Sommertag, die Sonne leuchtet in mildem Licht über Hügel und Felder. Wir fahren mit einem Leihwagen vom Besuch meines Großvaters nach Hause. Wir – mein Mann, unsere beiden Töchter und ich. Mein Mann macht den Anfang, die Landstraße, die Baustellen und Geschwindigkeitsbeschränkungen und Tunnel. Nach einer Stunde tauschen wir und ich genieße die freie Fahrt über eine leere Autobahn. Die Landschaft ist in warmes Abendlicht getaucht. Ich liebe es: ein wunderschönes Auto, freie (schnelle ;-)) Fahrt und diese herrliche Abendstimmung in der Natur. Da hüpft mein Herz.

Nach viel Genießen der Wechsel auf eine andere Autobahn. Es ruckelt plötzlich rhythmisch, als ob ich über welligen Fahrbahnbelag fahren würde. Aber komisch, die Straße ist an dieser Stelle völlig eben. Ich nehme etwas Gas weg, zunächst ist das Ruckeln weg, doch nach wenigen Sekunden ist es wieder in aller Vehemenz da. Das Gas bricht ein, alle Warnleuchten leuchten, irgendetwas ist nicht in Ordnung. Erschrocken fahre ich auf den Seitenstreifen und stelle es mit Warnblinkanalage ab, 200 km von zu Hause entfernt.

Wir beten um Heilung für das Auto und wagen einen neuen Start. Aber das Auto hustet schon im Leerlauf und vorsichtig bewege ich es noch ein Stück weiter zur Seite auf den Grünstreifen neben der Autobahn.

Wir rufen die Hotline des Herstellers an und bitten um Hilfe. Nach dem Auflegen stimmt unsere Playlist das Lied „Raise a Hallelujah“ an. Wir stimmen ein, loben und danken Gott. Preisen ihn für das, was er ist und halten an der Freude fest, die wir bis dahin hatten. Wir lassen uns von den Umständen nicht die Freude rauben.  

Anschließend haben wir viel, viel Zeit.   

Ich erinnere mich an den Vers, dass uns alles zum Besten dienen muss. Und wir fangen wieder an zu beten, Gott zu loben, zu danken, ihn zu erheben und sprechen über dieser Situation aus, dass sie uns zum Besten dienen muss. Das ist unsere Zusage und damit unser Anspruch: „Papa, du hast uns zugesagt, dass uns alles zum Besten dient und du jede Situation gebrauchst, dass etwas Besseres daraus entsteht. Durch alles, was sich uns in den Weg stellt, machst du etwas, das besser ist, als ob es sich uns nicht in den Weg gestellt hätte. Das sprechen wir auch über dieser Panne aus. Wir beanspruchen das Bessere, das aus dieser Situation entsteht. Papa, wir sind gespannt, wie du dich in dieser Situation verherrlichst.“

Das Beten hat unseren Blick auf Jesus gehalten, dieses Mal haben uns die Umstände nicht überwältigt und entmutigt.

Doch was ist nun das Bessere, das aus dieser Panne entstanden ist? Ich sehe es auch heute noch nicht.

Wir waren um Mitternacht statt 21:00 mit weinenden, müden, erschöpften Kindern zu Hause, der Ersatzwagen war nicht annähernd so toll wie unser ursprüngliches Auto und in den folgenden Tagen waren wir alle sehr erschöpft. Aber ich halte weiter daran fest, dass etwas Besseres aus dieser Situation entsteht und ich es eines Tages erkennen werde.

Wie ist das bei dir? Worüber möchtest du in deinem Leben aussprechen und beanspruchen, dass unser Vater es für dich zum Besten gebraucht und sich verherrlicht? Wo brauchst du es, dass eine widrige Situation am Ende etwas Besseres mit sich bringt, als ob es diese Situation nie gegeben hätte? Wo brauchst du es, an Gott und seinen Zusagen festzuhalten, auch wenn deine Gefühle in dir schreien, dass es nicht stimmt, du alleine bist und Gott an allem schuld ist?

Ich lade dich ein, für dich mitzubeten und über dir und deinem Leben auszusprechen:

„Alles muss mir zum Besten dienen, mein Papa hat mir das versprochen, auch meine Situation xyz. Ich erkläre, dass aus dir xyz etwas Besseres entstehen wird, auch wenn ich das noch nicht sehe und fühle. Danke Papa, du bist gut und treu, du stehst zu deinen Zusagen und du verherrlichst dich in meinem Leben. Alles, was du mir gibst, ist vollkommen gut. Amen.“


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