Rahel

von Rahel

Beim zweiten Mal wird es besser

Egal ob die erste Schokotorte, die erste Klavierstunde oder das erste Mal Haare färben:
Beim ersten Mal läuft es bei mir oft nicht so rund. Ich bin noch unsicher, wie es geht, ich habe keine Routine und oft fehlt mir dann auch Gelassenheit. Beim zweiten Mal wird dann schon alles besser.

Wir haben die Fähigkeit zu lernen und uns weiterzuentwickeln. Der Punkt, an dem du oder ich gestern noch herausgefordert waren oder gar stehen geblieben sind, den können wir heute überwinden und weitergehen.

In ihrem letzten Blogbeitrag hat Kirsten davon erzählt, wie wir unsere Ziele erreichen und Vorsätze umsetzen können:

Wo stehst du heute bezüglich deiner Ziele?
Was möchtest du nochmal aufgreifen, vielleicht zum zweiten, dritten oder vierten Mal und dieses Mal einen Schritt weitergehen?
Wo spürst du das Anstubsen Gottes, nochmal einen nächsten Schritt zu wagen?

Gib dir heute neu eine Chance, starte nochmal, wo du das letzte Mal stehen geblieben bist.
Ich ermutige dich, Dinge auszuprobieren, Fehler zu machen und dabei zu lernen.
Papa sieht dich, er freut sich über dich und jeden deiner Schritte. Er liebt dich unendlich.
Du bist in Ordnung und dein Bestes reicht, auch wenn das nicht perfekt ist. Du darfst groß träumen und viele kleine Schritte gehen. Jeder deiner kleinen Schritte ist wichtig und zählt:

Viele Menschen überschätzen, was sie in einem Jahr erreichen können und unterschätzen, was sie in 10 Jahren erreichen können!

Was würdest du heute tun, wenn du keine Angst vor dem Scheitern hättest?
Ich segne dich heute mit dem Mut, genau das zu tun, deinen nächsten Schritt.

Meine Geschichte des Immer-Wieder-Aufstehens

Ich erzähle dir nun von mir, wo ich die letzten Jahre immer wieder aufgestanden bin und entgegen aller Entmutigung dran geblieben bin.

Mein Mann hatte schon lange den Traum, Kitesurfen zu lernen.

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So kann das aussehen, wenn Frau das richtig gut kann 🙂

2018 lud uns ein Freund in den Osterferien ein, zusammen mit seiner Familie an einen tollen Kite-Spot nach Südfrankreich zu kommen. Ein Spot ist ein Ort, an dem Kitesurfen erlaubt ist und man gut Kitesurfen kann.

Herzklopfend überraschte ich mich selbst und meinen Mann damit, dass ich mitkommen möchte. Ich spürte die Sehnsucht, übers Wasser zu gleiten, es faszinierte mich immer wieder, Kitern auf dem Wasser zuzuschauen.

Es kostete mich schon im ersten Schritt Überwindung, dieser Sehnsucht nachzugehen. Denn ich bin mit dem Element Wasser nicht per du. Je tiefer umso weniger. Ein anderes Kind hatte in meiner Kindheit mehrfach meinen Kopf unter Wasser gedrückt bevor ich schwimmen konnte. So habe ich immer noch „Respekt“ vor Wasser, in dem ich nicht sicher stehen kann. Wassersport hatte ich zuvor beharrlich gemieden.

Leider wussten wir vorher nicht, dass dieser Spot für Anfänger aus mehreren Gründen nicht so gut geeignet ist. Wir gingen unbefangen zur Kiteschule, meldeten uns an und zogen mit Neugier, aber auch Anspannung los.

Ein Boot brachte uns aufs offene Meer. Der Lehrer gab uns mit rudimentärem Englisch Anweisungen und versuchte mir zu erklären, wie ich meinen Kite steuern sollte. Seine Worte verstand ich durchaus, ich hörte sie und wusste, was sie bedeuteten, aber was er mir damit erklären wollte, war mir überhaupt nicht klar.

Dann befestigte er den Kite an mir. Es war derselbe Kite, den mein Mann mit seinen 20kg mehr Körpergewicht vorher gesteuert hatte. Ich zog zaghaft an der Bar (das ist der „Griff“ mit dem man den Kite steuert) und schon flog der Kite in hohem und rasantem Bogen aufs Wasser. Er riss mich in hohem Bogen kraftvoll aus dem Boot ins Wasser. RUMS
Ich wusste gar nicht wie mir geschehen war und fand mich zwischen diversen Leinen, spuckend und mit Salzwasser in der Nase wieder. Der Lehrer machte mir ärgerlich klar, dass ich seine Anweisungen nicht befolgt hätte.
So ging das an diesem Tag noch fünfmal. Rückblickend weiß ich, ich war zu leicht für diesen Kite und hatte nicht genügend Kraft ihn zu halten, er aber genug, um mich unfreiwillig fliegen zu lassen. Ich verstand den Lehrer nicht und war dazu noch einfach unerfahren und zunehmend verängstigt.

Ich war enttäuscht, traurig und auch ärgerlich auf diese Kiteschule und den Lehrer.
Doch ich wollte nicht so einfach aufgeben. So bat ich unseren Freund, der zwar kein Kitelehrer aber Lehrer ist, es mir mal in flachem Wasser zu zeigen. Bei ihm war ich mir sicher, dass ich ihn verstand und in seine Art, mit „Schülern“ gut umzugehen, habe ich großes Vertrauen. Und das zahlte sich für mich aus. Er half mir, diese unangenehme Erfahrung  zu überwinden und wieder das Grundvertrauen zu haben, dass auch ich das lernen kann.
Ich bin danach sogar in diesem Urlaub mit einem anderen Kitelehrer aus derselben Kiteschule, der besser Englisch sprach, losgezogen.

Doch die Summe dieser Erlebnisse mit Wasser und meiner ersten Kitestunde hatte sich tief in meinem Inneren festgesetzt und kostete mich immer wieder Rückschläge und Frustration beim Kitesurfen.
Ich brauchte viel Geduld mit mir selbst. Immer wieder kam dieser schmerzhafte Gedanke hoch,  dass ich die Dinge einfach hinkriege und länger brauche als andere (mein Mann ;-)).

Zusätzlich brauchte ich immer wieder viel Überwindung um trotz meiner Angst, vieler Fehlversuche und der Entmutigung und Scham, die sich dadurch einstellte, wieder loszuziehen.
Andere, v.a. deutschsprachige, Lehrer, andere Spots und mein ermutigender Mann halfen mir dabei. Mit mini-kleinen Fortschritten zufrieden sein, auf mich zu schauen und nicht auf meinen Mann waren Übungen, die mich echt herausforderten (tun sie immer noch ;-)).

Aber ich bin drangeblieben und im letzten Sommer zum ersten Mal mit Kite und Brett an den Punkt zurückgekehrt von dem ich losgefahren bin ohne vom Wind in die Unendlichkeit abgetrieben zu werden 🙂
Ich kann jetzt auf dem Wasser tanzen. Yeah.

Und jetzt du!

Ich ermutige dich, es lohnt sich, deiner Sehnsucht zu folgen, wieder aufzustehen, dranzubleiben und dich nicht entmutigen zu lassen.

Lukas schreibt in Kapitel 8 Vers 15:

Bei anderen jedoch ist es wie mit der Saat, die auf guten Boden fällt. Mit aufrichtigem und bereitwilligem Herzen hören sie das Wort; sie halten daran fest, lassen sich nicht entmutigen und bringen Frucht.

Jesus erzählt hier von den verschiedenen Böden, auf die ein Same fallen kann. Die ersten drei Böden sind nicht sonderlich ertragreich. Besser gesagt, bringt der Same auf keinem dieser drei Frucht. In diesem Vers geht es um den vierten Boden, der am Ende Frucht bringt. Aber auch hier gilt es Widerstände zu überwinden.

Jesus hatte hier schon seine Jünger vorgewarnt, dass Entmutigung kommen würde. So sicher wie das Amen in der Kirche. Warum bin ich immer wieder ganz überrascht, wenn nach meinem anfänglichen Enthusiasmus erstmal eine Durststrecke kommt? Wenn Zweifel anklopfen, wenn etwas einfach nicht gleich klappen will oder wenn eine leise Stimme mir zuflüstert, ich solle doch lieber aufhören, das sei nichts für mich und ich solle das lassen?

Dann habe ich die Wahl festzuhalten und mich nicht entmutigen zu lassen oder mich dem hinzugeben und der Entmutigung Raum zu geben. Festhalten, nicht loslassen ist das Geheimnis, das Jesus uns hier verrät.

Ich möchte der Entmutigung keinen Raum geben.

Ich möchte mich in diesem Fall immer wieder bewusst entscheiden, dran zu bleiben, auch wenn es mich im Moment erstmal Überwindung kostet. Ich möchte auch wenn es sieben Mal nicht geklappt hat, acht Mal aufstehen und weiter (in kleinen Schritten) dranbleiben.

Ich ermutige dich:
Gib alles, nur nicht auf.

Wo hörst du gerade Gottes leise Einladung, dranzubleiben? Was ist dein nächster kleiner Schritt?


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