Ein Geschenk mit Herz für dich

20. Dezember 2019 | Christel |

Von Christel.

Weihnachten 2011, warm eingepackt auf dem Sofa. Auf meinem Bauch liegt meine 5 Tage alte Tochter. Ich fühle mich wie „Butter auf zu viel Brot verstrichen“, wie es Bilbo Beutlin im Film „Der Herr der Ringe“ treffend beschreibt. Erschöpft, kraftlos. Ich schwitze und friere abwechselnd. Meine Tochter schläft friedlich. Ich atme tief durch, freue mich und heule gleichzeitig, wie es sich für einen ordentlichen Hormontango gehört. An ein perfektes Weihnachten ist nicht zu denken. Ich lasse meine Erwartungen fallen und wandere in Gedanken zurück zur Weihnachtsgeschichte. Wie werden Maria und Josef sich damals gefühlt haben?

Josef stand vor den Scherben seiner Zukunftspläne. Seine Verlobte Maria war schwanger, aber nicht von ihm. Er hatte sich sein Leben anders vorgestellt, eben war er noch glücklich, voller Hoffnung, und jetzt? Josef verstand die Welt nicht mehr. Er suchte verzweifelt nach einer Lösung, bis er sich nicht mehr gegen die aufkommende Müdigkeit wehren konnte. Er schlief ein. Er träumte. 

Gott sandte einen Engel zu Josef. Maria war nicht untreu gewesen, sie trug das Kind vom Heiligen Geist in sich. Jetzt kam Gott in diesem Traum zu Josef und ließ ihn teilhaben an den Plänen zur Rettung der Welt. Er war auserwählt, Jesus, dem Messias, ein Vater zu sein. Josef zögerte nicht länger, er nahm Maria zur Frau. Es war nicht das einzige und letzte Mal, dass ihm Gott im Traum begegnete. Nein, Gott ist treu, er hält seine Versprechen. 

Maria berührte sanft ihren Bauch. Jesus hatte sich schon wieder durch einen kleinen Tritt bemerkbar gemacht. Er schien Marias Aufregung zu spüren. Sie waren unterwegs. Josef musste sich in Steuerlisten eintragen lassen. Marias Herz flatterte, ihr Bauch hatte sich schon seit Tagen gesenkt und sie ahnte, dass es nicht mehr lange bis zur Geburt dauern würde. Ach wäre sie doch jetzt nur zu Hause. Sie sehnte sich nach ihrer Familie und ihren Freundinnen. Aber sie wollte nicht undankbar sein. Josef war an ihrer Seite, sorgte gut für sie. Endlich hatten sie eine Unterkunft gefunden, ein einfacher Stall einer Herberge. Ganz anders als zu Hause, aber ein Dach über dem Kopf. Plötzlich spannte sich ihre Bauchdecke fest an, die erste Wehe. Maria griff hastig nach Josefs Arm. Es war soweit. Der Retter der Welt sollte geboren werden.

Mehrere Stunden waren vergangen. Josef wiegte das Baby in seinem Arm. Die kleine Hand von Jesus hatte den kleinen Finger von Josef fest im Griff und seine Lippen suchten schon wieder nach der Mutterbrust. Josef lachte, unglaublich, wie dieses kleine Baby sein Herz erobert hatte. Sanft strich er Jesus über den Kopf. Dieser begann zu quengeln, denn der Hunger war nun für ihn sehr deutlich zu spüren. Josef legte Jesus in die Arme von Maria. Jesus strampelte zunächst noch unruhig, aber jeder Schluck und der spürbare Herzschlag seiner Mutter brachten ihn zur Ruhe. 

So könnte es vielleicht gewesen sein.

Durch meine Tochter habe ich plötzlich einen ganz anderen Blick auf die Weihnachtsgeschichte (Matthäus 1, 18-25; Lukas 2). Ich fühle mich Jesus besonders nah. Er war ja genauso wie meine Tochter, klein, nackt, hilflos auf die Welt gekommen. Ein Gott, der nicht fern ist, der mich versteht. Ja, Gott weiß, was es bedeutet ein Mensch zu sein. Er sehnt sich nach Gemeinschaft mit uns.

Eine Geburt, die die Welt veränderte. Welche Ehre für Maria, den Messias in den Armen zu halten. Welches Vertrauen setzt Gott in mich, meine kleine Tochter in die Welt begleiten zu dürfen. 

Meine Emotionen purzeln durcheinander. Glück, Freude, Schmerz, Angst, Zuversicht, alles liegt ganz offen in meinem Herzen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Maria ähnlich empfunden hat.

Gefühle sind die Signale eines lebendigen Herzens. Unser Herz lebendig zu machen, das ist Gottes Leidenschaft! Darum hat er Jesus zu uns kommen lassen.

 „Jesus kam, um die zerbrochenen Herzen zu heilen“

( nach Jesaja 61,1)

„Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist geben. Ja ich nehme das versteinerte Herz aus eurer Brust und gebe euch ein lebendiges Herz.“

(Hesekiel 36, 26)

Das ist eine Einladung, Gottes Weihnachtsgeschenk für uns. Wir dürfen wieder lebendig werden! Jesus will gemeinsam mit dir dein Lebensabenteuer wagen. Wenn Gott dir heute das Angebot macht, dass dein Herz sich verändern könnte, dass er alles erneuern möchte? Wenn er verspricht, dass er dich nicht verlässt, was antwortest du? 

Josef zögerte nicht und Maria sagte mutig: „Ich will mich dem Herrn ganz zur Verfügung stellen […] Alles soll so geschehen, wie du es mir gesagt hast.“ (Lukas 1, 38)

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