von Christel

Die Tage werden kürzer, die Sonnentage schwinden. Trübe, nassgraue Wolkentage laden mich ein, zur Ruhe zu kommen. Ich kuschele mich in mein Sofa. Eine Decke wärmt mir die Füße, meine Hände halten eine Tasse Kaffee. Ab und zu schält sich die Sonne aus den Wolken und lässt den Wald am Horizont in herbstlichen Farben leuchten. Ich gehe in Gedanken spazieren und hole mir Erinnerungen zurück.

Was sich hier romantisch liest, stimmt so nicht ganz.

In meiner Küche stapelt sich dreckiges Geschirr, ein Wäschekorb mit nasser Wäsche will noch aufgehängt werden, meinen Kaffee habe ich zwischendurch hinuntergestürzt. Die Sonne hat sich auch noch nicht blicken lassen. Der Blick aus meinem Fenster sagt mir eher, dass das letzte Fensterputzen schon eine Weile her ist. Bei anderen kann man sich in den Fliesen spiegeln. Ich finde mich eher in diesem Sprichwort wieder: „Bei mir kann man vom Boden essen, man findet immer was.“ Beim Bügeln schaue ich Serien, meine Ernährung könnte gesünder sein und statt löchrigen Jeans könnte ich mal wieder was Schickes anziehen.

Mir fällt es schwer das zuzugeben. Ich hätte gern alles besser im Griff. Im Vergleich mit anderen Frauen fühle ich eine seltsame Mischung aus Minderwertigkeit und Überlegenheit. Ich halte innerlich fest, wo ich gut mithalten kann, oder sogar besser bin, dann fühle ich mich manchmal überlegen. Ich speichere auch, wo ich deutlich schlecht abschneide und ich gefühlt versagt habe.

 „Ich könnte mehr aus mir machen…ich bin faul und einfach zu durchschnittlich! Andere können das viel besser als ich. Ich bin eine schlechte Mutter. Ich bin hässlich. Ich verschwende meine Zeit und verpasse mein Leben. Ich möchte mich nicht länger klein fühlen. Ich hab es satt, mich selbst in ein besseres Licht zu stellen. Ich will nicht mehr innerlich Buch führen über das, was ich besser oder schlechter kann als andere. Ich bin getrieben auf der Suche nach Anerkennung. Ich schäme mich für meinen Neid. Warum bin ich so, wie ich bin?“

All diese Gedanken fahren dann in meinem Kopf Karussell. Stimmt das denn?

Wer bin ich denn eigentlich? Wer sagt mir wer ich wirklich bin? Ich mag diese Selbstzweifel und das Vergleichen nicht mehr. Ich will mein Leben annehmen, wie es ist. Aber ich habe auch Sehnsucht nach mehr! Gott ist an mir dran und führt mich immer mehr in seine Wahrheit. Er beginnt mich zu verändern.

Heute habe ich auf dem Sofa meine Notizen vom anmutig & frei Camp durchgeblättert. Ich fand einen Brief, von Gott an mich. Ich wurde letztes Jahr im Oktober herausgefordert Gott zu fragen, wie er mich sieht. Das Gehörte sollte ich in Briefform aufschreiben. Einen Auszug möchte ich gern mit euch teilen.:

Meine liebste Tochter,
Ich freue mich so an Dir! Ich liebe es wenn Du lachst und ich weiß um Deine Sehnsucht. Du wünscht Dir Leichtigkeit und frei zu sein von Angst. Du musst mir nichts beweisen, ich liebe Dich ohne Gegenleistung. Ich kenne Deine Unsicherheit und Zweifel. Ich werde Deiner nicht überdrüssig. Ich will Dir zeigen, was ich alles in Dich hineingelegt habe. Hör nicht auf nach mir zu suchen, ich werde mich finden lassen! In mir ist Segen und Du wirst ein Segen sein. Ich bin stolz auf Dich!…

Wie gut, dass mich Gott daran erinnert, wie er mich sieht. Er sieht mich nicht durch meine Brille der Selbstvorwürfe und Zweifel.

Warst du auch beim Camp dabei? Dann schau doch mal in deine Notizen, vielleicht lohnt es sich, einen Schatz wieder hervorzuholen! Wenn du nicht dabei warst, dann frage doch mal Gott, wie er dich sieht und was er dir schenken möchte!

Vielleicht fragst du dich, wie du dir sicher sein kannst, ob das Gehörte wirklich Wahrheit ist? Folgende Punkte sind mir auf dem anmutig & frei Camp wichtig geworden. Sie helfen mir immer wieder, meine Gedanken zu sortieren.:

  1. Gottes Wahrheit führt immer zum Leben und nicht in den Tod!
  2. Gottes Wahrheit nährt Hoffnung, nicht Verzweiflung!
  3. Gottes Wahrheit redet nicht schlecht über dich!
  4. Gottes Wahrheit richtet dich auf und hält dich nicht klein!

Es lohnt sich, das Gehörte aufzuschreiben, es immer wieder zu lesen oder sogar laut auszusprechen. Die Schätze gehen sonst so schnell wieder verloren. Lass dir Zeit beim Hören, denn in der Hektik unseres Alltags haben wir meist verlernt, die sanfte Stimme Gottes wahrzunehmen. Manchmal brauchst du auch Geduld, bis er dich mit einer Antwort überrascht. Aber Gott möchte reden und er will, dass du ihn hören kannst.

„Gott, ich stelle mich jetzt in dein Licht, komm und begegne mir. Sprich Wahrheit über mich und lass mich erkennen, wie du mich siehst. Herr, ich höre!“

Kategorien: Christel

1 Kommentar

Schneckenhauszeit - anmutig & frei · 16. Oktober 2019 um 10:53

[…] Wer bin ich? […]

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