Sein Wille geschehe

8. April 2020 | Rahel |

Rahel

Von Rahel.

Geschieht Gottes Wille, immer? Lass uns dem mal nachgehen!

Vor einiger Zeit erzählte mir eine Bekannte von ihrer schwierigen familiären Situation.
Es ging um eine ganze Menge: Geld, Beziehungen, Ehe und nicht zuletzt um ihr Kind. Sie war wirklich mitgenommen. Mit belegter Stimme berichtete sie mir von schmerzhaften Entwicklungen, einem Teilsieg und dem scheinbar endlosen und aussichtslosen Kampf, der noch vor ihr zu liegen schien. Sie schloss verzagt und hilflos mit den Worten: „Aber sein Wille geschieht, er kämpft für mich“.

Kennst du diese oft verzweifelte und hilflose Haltung vielleicht bei dir oder auch bei anderen?
„Es ist alles, wie es kommt in Gottes Hand und nicht in meiner. Alles hängt an ihm, er kämpft für mich. Ich kämpfe nicht, ich brauche nur still zu sein, es ist ja alles seine Sache.“

Ich lade Dich ein, ihr nachzuspüren.

Welche Rolle nehme ich mit dieser Haltung bewusst oder unbewusst ein? Bin ich die Arme und Hilflose, die sich verzweifelt wünscht, dass jemand anders sich kümmert? Bin ich das Opfer der Umstände, meines Lebens, vielleicht sogar das Opfer Gottes, der das noch zugelassen hat? Gebe ich alle Verantwortung  an einen entfernten Gott ab? Einen Gott, der alle Verantwortung ohne mich trägt und rücksichtslos bestimmt? Unberechenbar, da er mich doch einerseits liebt und andererseits aber der Verursacher der schwierigen Situation ist?

Welche Verantwortung bleibt dann noch bei mir? Was ist dann noch mein Anteil, meine Verantwortung in schwierigen Umständen? Gebe ich damit nicht fatalistisch alles an Gott ab und bin nur noch das Opfer meiner Umstände und des Lebens oder sogar von Gott? 

Hinter einer oftmals von Selbstmitleid gefärbten Aussage „Gott macht alles richtig, sein Wille geschieht“,  höre ich leise die Grundannahme: Wenn Böses geschieht und Gott das nicht verhindert, dann ist es Gottes Wille, dass das Böse geschieht und auch alle Folgen sind von ihm so gewollt.

Aber will Gott mich wirklich krank machen, eine Pandemie in die Welt setzen, meine Arbeitssituation erschweren, Streit in meiner Familie stiften, damit ich alleine bin? Setze hier einfach deine schwierige Situation und deine Fragen ein.

Spinnen wir die Gedanken weiter: Ist es Gottes Wille, dass Menschen versklavt werden, Kinder misshandelt werden, Menschen an Krebs sterben? Ist das wirklich sein Wille?

Meine Bibel sagt mir, dass von meinem Vater im Himmel nur Gutes und Vollkommenes kommt.*)

Und darin liegt das Dilemma: Du stimmst sicher zu, dass diese Umstände böse sind und demnach nicht von Gott kommen können. Aber was ist dann die Ursache?

Wir sind gefangen in diesem Widerspruch, dass wir an einen guten Gott glauben möchten und gleichzeitig händeringend eine Erklärung suchen, woher das ganze Leid in unserem Leben und dieser Welt kommt.

Da haben wir jedoch eine dritte Partei übersehen. In Genesis 3 betritt sie die Bühne dieser Welt. Sie zeigt sich als Schlange! Aber dahinter ist ein Wesen versteckt, ein Engel hat sich dieser Schlange bedient.  Ein gefallener Engel, der seitdem Rache geschworen hat und Gott und der Menschheit den Krieg erklärt hat. Er ist der Vater der Lüge, er kam um zu stehlen und zu zerstören. Viel Böses, das wir sehen, geht auf sein Konto.

Gott ist gut und verursacht nicht das Böse, er erlöst vom Bösen. Er ist nicht der Auslöser, sondern mein Erlöser und auch dein Erlöser. Er möchte dich vom Bösen erlösen, in dem du vielleicht gerade steckst. Und er wird diese Ereignisse nutzen, um Gutes daraus hervorzubringen.

Jesus sagte, er ist gekommen, die Werke des Teufels zu vernichten. Er ist der Sieger über das Böse und seinen Verursacher. Und wir sollen mit ihm überwinden, das heißt wir sind mit ihm Sieger über das Böse und den Bösen.

Wir sind nicht dazu berufen, Opfer des Bösen zu sein, sondern das Böse zu überwinden. Wir sind berufen mit Sehnsucht und Kraft zu beten, „dein Wille geschehe“, weil sein Wille eben oft nicht geschieht. Wir sind Partner Gottes in seiner Mission, seine guten Ansichten und Pläne, seine Herrlichkeit und Schönheit hierher in unsere Welt zu bringen.

Nicht weil er uns braucht, sondern weil er uns liebt, uns einbeziehen und beteiligen möchte.

Es kann damit beginnen, dass wir uns heute neu dafür entscheiden, unsere Berufung anzunehmen, uns mit ihm eins machen und aussprechen: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden“. 

Bist du dabei?


*) Du kannst das z.B. hier nachlesen:

Jakobus 1,17: Von oben kommen nur gute Gaben und nur vollkommene Geschenke; sie kommen vom Schöpfer der Gestirne, der sich nicht ändert und bei dem es keinen Wechsel von Licht zu Finsternis gibt.

In Johannes 10,10 sagt Jesus von sich: Der Dieb kommt nur, um die Schafe zu stehlen und zu schlachten und um Verderben zu bringen. Ich aber bin gekommen, um ihnen Leben zu bringen – Leben in ganzer Fülle.

Jeremia 29,11: Denn ich weiß genau, welche Pläne ich für euch gefasst habe, spricht der Herr. Mein Plan ist, euch Heil zu geben und kein Leid. Ich gebe euch Zukunft und Hoffnung.

Bild von Barbara Jackson auf Pixabay

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