Du siehst mich

7. August 2020 | Dana |

Von Dana.

Sie ist müde und erschöpft. Die staubige Wüstenluft hat ihre Kehle ausgetrocknet und obwohl sie an einer Wasserquelle ihren Durst löschen kann, scheint der Tod unausweichlich. Wo soll sie auch hin? Wird ihr Dasein hier in der Wüste enden? Dabei hatte sie endlich das Gefühl gehabt, ihr Leben würde eine positive Wendung nehmen.

Was war passiert? Seit sie ein junges Mädchen war, hatte sie hart gearbeitet. Das war ihr Lebenslos –  das Leben einer Sklavin. Dann musste sie auch noch als Leihmutter herhalten. Nein, nicht freiwillig – und doch … dieses Kind in ihr veränderte etwas. Es gab ihr einen Wert. Sie hatte plötzlich etwas, das ihre Herrin nicht hatte. Und dann?

Verachtung, Neid, Missgunst, Hochmut – eine gefährliche Mischung. Am Ende ergriff sie die Flucht und nun steht sie hier in der Wüste, allein, eine entlaufene schwangere Sklavin.

In dieser Situation begegnet ihr GOTT. Er spricht sie mit ihrem Namen an.
IHR Name!
Gott kennt ihren Namen und dabei bleibt es nicht. Er fragt, woher sie kommt und wohin sie geht. Niemand sonst fragt eine Sklavin, was sie vorhat. Gott tut es. Er spricht ihr und ihrem Kind Zukunft und Hoffnung zu. Diese Begegnung berührt sie so sehr, dass sie nun Gott einen Namen verleiht. Sie nennt ihn „EL-ROI“ – der Gott, der mich sieht.

Diese Begebenheit lese ich in der Bibel, in Genesis 16.

Im April 2019 bin ich Zuschauerin des Adonia-Teensmusicals „ISAAK – so sehr geliebt.

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Die oben genannte Begebenheit ist Teil dieser Inszenierung. Ich folge gebannt der bewegenden Darstellung und dann sagt Hagar, die Sklavin, nach der Begegnung mit Gott:

„Ich bin dem begegnet, der mich sieht. Mich sieht! Mich, eine wertlose, mutlose Sklavin. Ich bin IHM nicht gleichgültig. Ich bin GOTT nicht gleichgültig.“

Diese Aussage schlägt in mein Herz ein, wie eine Bombe. Ich bekomme Gänsehaut und meine Augen füllen sich mit Tränen. Eine alte Wunde fängt wieder an zu bluten. Wie oft fühle ich mich wertlos? Wer sieht mich?
Ja, ich weiß, dass Gott mich liebt. Ja, ich weiß, dass er alles für mich gegeben hat. Ja, ich glaube!
Aber warum fühle ich mich dann trotzdem so wertlos, so ungesehen?

Eine Solistin fängt das nächste Lied an. Es trägt den Titel „Du siehst mich“. Die Zeilen singen sich in mein Herz. Sie sind so tröstlich und es scheint, als ob Gott einen Teenagerchor dazu benutzt, um mir eine Liebeserklärung zu singen:

„Wer nimmt mich wahr, wem bin ich wichtig? Wer geht nicht achtlos mit mir um? Wer hört mir zu, wer unterbricht nicht? Wer nimmt sich Zeit, mich zu verstehen?
Du siehst mich. Du kennst mich. Du kümmerst dich um mich. Du suchst mich. Du liebst mich. Du übersiehst mich nicht. Mein Gott, der mich sieht.“

Ich höre meine Fragen, fühle meinen Schmerz und ich höre Gottes Antwort. DU SIEHST MICH.

Gott kennt mich. Er kennt mich so gut, dass er die Musik benutzt, die ich so sehr liebe, um mir diese Liebeserklärung zu machen. DU SIEHST MICH. Die Liedzeilen bleiben in meinem Kopf hängen und erklingen immer wieder. DU SIEHST MICH. Meine Wunden brauchen Zeit, um zu heilen. Aber ich höre die Melodie. DU SIEHST MICH. Immer wieder. DU SIEHST MICH.

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