Die Lovestory, nach der du dich sehnst

von | 23. April 2021 | dein Herz & Gott |

Wir sind für Schönheit, Freude und Gemeinschaft geschaffen

Garten Eden, die Sonne geht unter und malt mit großen Pinselstrichen gelb-orange-rote Schattierungen auf die große Leinwand des Himmels. Der hellblaue Hintergrund verfärbt sich kobaltblau. Adam und Eva sitzen und genießen dieses Schauspiel. Die Schönheit und Pracht sättigt ihre Seele.
Eine kühle Brise weht durch den Garten, Vögel zwitschern, das Wasser des Flusses windet sich plätschernd und erfrischend durch den Schatten des Abends.

Zwei Menschen gehen spazieren. Nein! Sie sind zu dritt. Vertraut tauschen sie sich aus, erzählen, lachen, träumen. Adam erzählt, wie er heute mit den Tieren unterwegs war, denen er Namen gegeben hatte. Er ist begeistert, dass sie inzwischen mit ihren Namen vertraut sind: Das Zebra stellte sofort die Ohren auf, sobald er nach ihm rief. Adam spricht mit Gott über die Eigenheiten des Chamäleons und sie verabreden sich, morgen gemeinsam die Kolibris zu beobachten.

Evas Augen leuchten. Sie beschreibt den Sonnenuntergang und ist begeistert, wie einzigartig Gott das jeden Tag macht. Die Farben und Wolken sind jedes Mal ein bisschen anders. Gott lädt Eva ein, am nächsten Abend mit ihm gemeinsam den Sonnenuntergang zu erleben. Die drei genießen die unbeschwerte Zeit miteinander, Vertrautheit und Leichtigkeit. 

Ein Ausschnitt, leider ist meine Vorstellung zu begrenzt um mir vollständig auszumalen, wie es damals gewesen sein könnte – innige Beziehung, ungetrübte Freude und atemberaubende Schönheit. Da war keine Scham oder Angst etwas falsch zu machen, nur Liebe, Annahme, Wertschätzung, Freude und pulsierendes Leben.

Wie mein Leben mit Gott dagegen aussah

Leider sah mein Leben und meine Beziehung zu Gott lange nicht so aus wie ich es gerade bei Adam und Eva beschrieben habe. Innigkeit, Vertrautheit und Freude aus der Freundschaft zu Gott waren Fremdwörter in meinem Leben. 

Stattdessen fand ich mich unter einem Berg von Pflichten oder auch vermeintlichen Pflichten und Disziplin begraben. Ich fühlte mich erschlagen und getrieben. Auch meine Beziehung zu Gott spiegelte genau das wider: Sie bestand überwiegend aus Dienst für Gott. Meine innere Gleichung sah so aus:

Liebe zu Gott = Dienst für Gott

Er liebt mich. Ich spüre es zwar nicht, aber ich weiß es im Kopf. Bestimmt!
Folglich diene ich ihm, indem ich für ihn etwas tue, sei es nun Beten, Bibellesen, in eine Kleingruppe oder den Gottesdienst gehen oder irgendwo mitzuarbeiten. 

Von Leidenschaft oder gar einer Romanze war da keine Spur, Lebendigkeit in unserer Beziehung war weit weg und wunderbare Dinge fand ich selten in meinem Leben, meist nur in Filmen und Geschichten.

Was mein Herz braucht

Aber mein Herz brauchte mehr als Wissen, Logik und Vernunft. Es wurde nicht satt, indem es nachdachte, analysierte, verstand, funktionierte und Pflichten erfüllte. Stattdessen sehnte es sich nach Poesie, Kunst, Schönheit, Liebe und innigen Beziehungen:

Kennst du das auch? 
Hast du schon mal ein Gedicht gelesen und dein Herz begann vor Freude zu hüpfen? Oder dieses eine Gemälde, das dir nicht aus dem Kopf geht, weil es so sehr zu deinem Herzen spricht? Oder das Lied, das du gehört hast, das sich als Ohrwurm in dir festgesetzt hat und dich zum Tanzen einlädt? Oder die Symphonie von Blumen in allen Farben, Formen, Größen und Düften, die ihre gekrönten Köpfe dem Licht entgegenstrecken und deine Aufmerksamkeit locken? Oder hat dich die herzliche Umarmung einer Freundin erfüllt, die sich freut, dich zu sehen?
Ich erlebe das immer wieder.

Dahinter steckt unsere Sehnsucht nach dem, was Adam und Eva verloren haben, als sie Eden verlassen mussten – vertrautes und inniges Leben miteinander und vor allem mit Gott. Die tiefe Gewissheit, dass er für alles sorgt und wir bei ihm sicher sind, dass er uns annimmt, wie wir sind, er uns liebt und er uns unsere einzigartige Identität zuspricht. Das ist das Leben für das wir geschaffen sind: ein Leben in Gottes Gegenwart und erfüllt von seiner Liebe. (Epheser 1,4)

Gott möchte nicht unseren Dienst, unser Funktionieren oder unsere Pflichterfüllung. Er sehnt sich nach unserem Herzen und nach Beziehung zu uns. 

Die gute Nachricht ist: Diese Erfüllung können wir in Gott heute zurückgewinnen. 

Wie wir dieses innige Leben mit Gott zurückgewinnen können

Wie können wir diese Erfüllung unseres Herzens, dieses innige Leben mit Gott zurückgewinnen? Wie können wir wieder in diesen Horizont einer Liebesgeschichte mit Gott eintreten?

Bei mir begann es mit Sehnsucht nach einem solchen Leben mit Gott. Oswald Chambers sagt:

„Gewöhne dir an zu sagen „Sprich, Herr“, und dein Leben wird zur Romanze. Eine große Romanze, eine großartige Gelegenheit, unablässig wunderbare Dinge zu erleben.“

Ich begann mich danach auszustrecken, meine Sehnsucht zu entdecken und Gottes persönliches Reden wahrzunehmen. Ich war entschieden, dass ich lernen wollte, seine Stimme zu hören. Nicht nur ausnahmsweise oder nur sonntags, sondern im Alltag als etwas ganz Normales. 

Gottes Reden in meinem Leben veränderte meine Beziehung zu ihm grundlegend. Er war nicht länger der weit entfernte Gott, ich lernte ihn und sein Wesen persönlich kennen. Ich entwickelte immer mehr Vertrautheit mit ihm und mein Vertrauen zu ihm wuchs, je länger ich mit ihm unterwegs war. 
Genau wie in einer menschlichen Beziehung auch. Und immer wieder erlebte und erlebe ich erfüllende Momente in der Gemeinschaft mit Gott, wie ich sie bei Adam und Eva beschrieben habe, z. B. hier und hier habe ich darüber geschrieben.

Ich möchte immer tiefer in dieses Leben eintauchen und darin lebendig werden. Daraus fließt alles andere. Nicht mehr aus Pflichtgefühl und Disziplin, sondern aus Freude, Leidenschaft und Liebe zu Jesus, zu Papa & zum Heiligen Geist. Auf diesem Weg bin ich und aus dieser innigen Beziehung zu Gott möchte ich immer mehr leben.

Wie ist es bei dir? Wie sehr sehnst du dich nach einem Leben, wie es ursprünglich sein sollte? Kommst du mit auf die Reise, es wiederzuentdecken?

Hier findest du Fragen und Impulse, wie du lernen kannst, Gottes Stimme zu hören.

Hier erzählt Christel, wie sie in Gottes Reden sein Wesen erlebt. Noch mehr Artikel findest du unter dem Schlagwort „Gottes Stimme hören„.

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